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Was Bad Dürkheim mit dem Advent zu tun hat

    Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier. Doch warum aufgerechnet vier? Das hat mit einem Kaiser zu tun, der einmal in der Adventszeit in Dürkheim unterwegs war. Von Timo Benß

    Wie viele Sonntage hat eigentlich der Advent? Diese Frage stellten sich im Mittelalter viele, denn ganz so klar wie heute war es damals noch nicht. Es gab vor allem regionale Unterschiede darin, ob der Advent nun vier, fünf, oder sechs Sonntage haben sollte. Festgelegt war nur, dass die Adventszeit vier Wochen lang sein soll. Das hatte 400 Jahre zuvor Papst Gregor der Große festgelegt. Die vier Sonntage sollten symbolisch für die nach der Bibel errechneten 4000 Jahre stehen, die die Menschheit seit dem Sündenfall auf den Erlöser warten musste. Lange stritten sich Theologen über diese Frage. Doch wann die vier Wochen anfangen und aufhören – sprich, welche die Sonntage dazuzählen, wurde nicht festgelegt.

    Richtig kompliziert wurde es, wenn Weihnachten mal auf einen Montag fiel. Dann nämlich stellte sich die Frage, ob Heiligabend gleichzeitig ein Adventssonntag sein kann. Diese Konstellation ergab sich im Jahr 1038.

    Der Salierkaiser Konrad II. war am 26. November jenes Jahres bei seinem Onkel zu Besuch, dem Straßburger Bischof Wilhelm. Dort ereignete sich eine kuriose Szene, die als „Straßburger Adventsstreit“ in die Geschichte einging. Bischof Wilhelm feierte den ersten Advent. Das gefiel Konrad nicht, denn für Advent war es ihm noch eine Woche zu früh. Er weigerte sich einfach, mitzufeiern und reise weiter in den Norden. 

    Eine Woche später war Konrad in Bad Dürkheim angekommen. Dort hatte er bereits 1025 das Kloster Limburg gegründet. Mit seiner Frau, der Kaiserin Gisela von Schwaben, feierte Konrad mit Blick auf die Rheinebene den ersten Advent. Um seinen Standpunkt zu festigen, berief er eine Synode ein, zu der die Bischöfe aus Worms, Speyer, Eichstätt, Hildesheim und Verona und Vertreter aus anderen Bistümern kamen. Der Straßburger Bischof Wilhelm konnte sich nicht durchsetzen.

    Seitdem hat der Advent vier Sonntage. Der erste Advent muss nun immer zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember gefeiert werden.

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