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Deutsche Messe

    Sonntag, 18. Januar 2026, 10:00 Uhr
    Lambertskirche

    Am Sonntag, 18. Januar 2026, feiert Vikarin Lisa Sauter in unserer Kirche eine Deutsche Messe – in einer Form, die auf Martin Luther zurückgeht und heute nur selten zu erleben ist.

    Dieser Gottesdienst unterscheidet sich bewusst von dem, was viele aus dem Sonntagsgottesdienst kennen. Er ist stärker geprägt von gemeinsamem Singen, von festen musikalischen Teilen und von einem klaren liturgischen Aufbau. Gerade deshalb laden wir herzlich ein, sich darauf einzulassen – auch (und gerade), wenn einem das zunächst ungewohnt erscheint.

    Was ist eine „Deutsche Messe“?

    Martin Luther wollte, dass der Gottesdienst für die Gemeinde verständlich und aktiv mitvollziehbar ist. Deshalb übersetzte er die klassische Messform in die deutsche Sprache und gestaltete sie so, dass die Gemeinde nicht nur zuhört, sondern mitbetet und mitsingt.

    Die Deutsche Messe folgt einer festen Abfolge von Gesängen und Texten. Dazu gehören unter anderem:

    • Kyrie – ein kurzer Ruf um Gottes Erbarmen
    • Gloria – ein Lobgesang
    • Credo – das gemeinsame Glaubensbekenntnis
    • Sanctus – ein Lob Gottes
    • Agnus Dei – ein Gebet um Frieden

    Diese Begriffe muss niemand kennen oder auswendig können. Alle Texte werden im Gottesdienst bereitgestellt, und der Ablauf wird gut nachvollziehbar angeleitet.

    Was ist an diesem Gottesdienst ungewohnt?

    • Es wird mehr gesungen als sonst – nicht nur von der Gemeinde, sondern auch am Altar.
    • Viele Gesänge erfolgen im Wechsel: einmal singt die Gemeinde, einmal die Liturgin, manchmal gemeinsam.
    • Die Form ist weniger frei, dafür bewusst klar strukturiert.

    Niemand wird „vorgeführt“, niemand muss perfekt mitsingen. Es geht nicht um Können, sondern um gemeinsames Mitvollziehen.

    Warum diese Form – gerade jetzt?

    Der 2. Sonntag nach Epiphanias steht im Zeichen der verborgenen Herrlichkeit Gottes. In den biblischen Texten geht es um Mangel und Fülle, um das Wunder von Kana, um Gottes Nähe, die sich nicht laut, sondern oft leise und überraschend zeigt.

    Die Deutsche Messe nimmt diese Thematik auf ihre eigene Weise auf: Sie lässt Glauben nicht nur hören, sondern erleben– durch Worte, Musik und gemeinsames Tun.

    Eine Einladung

    Dieser Gottesdienst ist kein Experiment, sondern eine bewährte Form aus der Tradition der Reformation. Gleichzeitig ist er eine Einladung, Gottesdienst einmal anders wahrzunehmen: langsamer, gemeinschaftlicher, konzentrierter.

    Wer neugierig ist, wer sich auf etwas Ungewohntes einlassen möchte oder wer einfach miterleben will, wie reich und vielfältig evangelische Gottesdienstformen sein können, ist herzlich willkommen.

    Man muss nichts wissen – man darf einfach dabei sein.

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